Brühlsche Terrasse
Die Brühlsche Terrasse ist eine Promenade auf der Elbseite der Dresdner Altstadt, die auf einem Teil der alten Befestigungsanlagen der Stadt steht.
Fred Romero from Paris, France Wikimedia Commons CC BY 2.0
Was es ist
Die Terrasse wird auch „Balkon Europas“ genannt. Das sächsische Denkmalamt schreibt Alexander von Humboldt den Namen zu.
Die sächsische Denkmalliste führt die Terrasse, die Festungsreste, die Treppe und ihre Figurengruppen als Gruppe. Auch das Gebäude der Weißen Flotte am Terrassenufer 2 gehört zur Gruppe. Die Weiße Flotte betreibt die Elbe-Raddampfer, die seit 1910 ihren Anleger am Terrassenufer haben. Die Kunstakademie steht an der Brühlschen Terrasse 1; das Denkmalamt sagt, sie präge zusammen mit der Terrasse den Blick auf die Altstadt von der Elbe aus.
Geschichte
Mitte des 16. Jahrhunderts ließ Moritz von Sachsen Dresden nach Plänen von Caspar Voigt von Wierandt mit einer modernen Bastionsfestung befestigen. 1590–92 fügte Paul Buchner vor dem Ziegeltor eine große Bastion hinzu. Eine Statue auf ihrer Spitze gab ihr den Namen Jungfernbastei; 1721, unter August dem Starken, wurde sie in Venusbastei umbenannt. Ab Ende der 1740er Jahre ließ Heinrich von Brühl, Sachsens Premierminister, auf der Elbseite der Festungsmauer Gärten und Gebäude anlegen.
Die Befestigungen der Stadt wurden ab 1814 abgerissen, die Elbfront blieb jedoch stehen. Die Terrasse wurde 1814 für die Öffentlichkeit geöffnet, und aus demselben Jahr stammt die Große Freitreppe vom Schlossplatz hinauf zur Terrasse. Die Figurengruppen auf der Treppe, die Vier Tageszeiten, sind auf 1905–1908 datiert. Das Denkmalamt datiert zwei weitere Treppen auf 1848 (zur Münzgasse) und 1885 (zum Georg-Treu-Platz) sowie eine weitere große vor dem Ziegeltor auf 1890/91.
Denkmäler
Zur Terrassengruppe gehören mehrere Denkmäler. Das Rietschel-Denkmal von 1872 zeigt eine Bronzebüste des Bildhauers Ernst Rietschel (1804–1861) auf einem Sockel mit drei sitzenden Bronzefiguren. Das Semper-Denkmal von 1892 ist eine Bronzefigur des Architekten Gottfried Semper (1803–1879). Das Böttger-Denkmal von 1982 ist eine Stele mit einem Porträtrelief.
Der Delphinbrunnen, ein Brunnen von 1747–1749, hat einen Putto, einen Delphin und eine Muschel. Zwei Sphingen auf Mauerabschnitten, um 1750 entstanden, gehörten einst zum Belvedere. Ein Denkmal für Kurfürst Moritz, der die Festung bauen ließ, steht an der Terrassenmauer am Terrassenufer. Es ist eine Kopie; das Original wird andernorts aufbewahrt.
Unter der Terrasse
Teile der Renaissancefestung sind unter der Terrasse erhalten, darunter die Kasematten und das Ziegeltor. Am 30. November 2019 wurde die Festung als Ausstellung Festung Xperience wieder für Besucher geöffnet.
Paul Buchner baute über dem alten Graben drei große Kasematten, jede mehr als 40 m lang; sie heißen Buchnertonnen. Das Ziegeltor und die Kasematten dienten bis in die 1960er Jahre als Lagerräume. Die ersten Ausgrabungen fanden 1965–68 statt, und deutlich größere folgten ab 1990. In einer Kasematte fanden die Ausgräber Reste einer Gießerei aus dem 16. Jahrhundert.
Fotos
Leonhard Lenz Wikimedia Commons CC0
Leonhard Lenz Wikimedia Commons CC0
VSchagow Wikimedia Commons CC BY-SA 4.0